„Blues braucht Reife“


Bandporträt – Die Musiker von „Bluesmaster“ setzen stilsicher die Freude am Traurigsein um .

 

Ausdrucksstark ist die Band Bluesmaster.

Sie besteht aus den Mitgliedern (von links) Markus Tron (Gitarre), Andreas Banyay (Bass), Wolfgang Göttinger (verdeckt, Schlagzeug), Jürgen Lieber (Sänger),  und Volker Cezanne (Mundharmonika).

Foto: Dagmar Mendel

KREIS GROSS-GERAU.

Eine Whiskeystimme, rau wie ein Reibeisen und beseelt wie eine Liebkosung, hat Jürgen Lieber. Wenn er vorm Mikro steht, die Augen geschlossen, den Körper rhythmisch bewegend, wenn er singt: „I’m her little loverboy“, dann erlebt der Zuhörer Gänsehaut pur.


„Ich hab nie Gesangsunterricht gehabt, bin wohl ein Naturtalent. Ziemlich früh war klar: Blues ist mein Ding“, sagt der stoppelbärtige Mann in legeren Jeans. Ihm wie auch den fünf anderen Musikern der Band, die hauptberuflich aus ganz unterschiedlichen Branchen kommen, ist bubenhafter Charme eigen. Die „Boys“ wirken, als tauchten sie in einen Jungbrunnen, sobald die Gitarre schnurrt und Schlagzeuger Wolfgang Göttinger das Becken unter Wirbeln vibrieren lässt.


Entflammt und doch hoch konzentriert spielen sie auf, hingegeben an einen Trip, der nur eine Droge kennt: den Sound des Blues. „Bluesmaster – Meister des Blues“ nennen sich die Männer aus gutem Grund. Was die Band im Probenraum auf dem abgeschiedenen Gehöft hören lässt, weist sie als Vollblutmusiker von Format aus. „Blues braucht Reife“, sagt Jürgen Lieber und

. Ex-Gitarrist Bernd Kugler ergänzt: „Blues – das ist die Freude am Traurigsein.“

Er spielt parallel bei der Frankfurter Classic-Rock-Band „Gangsters of Love“, der zweite Gitarrist Markus Tron bei der Rhythm’n’Blues-and- Rock’n’Roll-Band „Ten Beers after“ und Sänger Jürgen Lieber gehört zur ZZ-Top-Coverband „Eliminator“.



Der Mundharmonikaspieler heißt Volker Cezanne.

Er lässt sein Instrument zärtlich raunen oder klagend jaulen, lässt es zum Rufer in der Wüste werden, als erzähle es Geschichten in Tönen.

Cezanne war 22 Jahre Musiker der Formation „Saure Gummern“, die weithin mit Ried-Blues begeisterte. 2007 war Schluss, die Band löste sich auf.

Zu danken ist die Gründung der Formation „Bluesmaster“ einem „Süßen“. Bassist Andreas Banyay, der bis Sommer 2011 den Familiennamen „Süßer“ trug, erfüllte seiner Braut einen Hochzeitswunsch und spielte gemeinsam mit den Freunden den Blues. „Eigentlich war’s nur Spaß, aber dann war da der untrügliche Groove und das Publikum war begeistert.

So kam’s zur Bandgründung“, erzählt er.
Seitdem wird regelmäßig geprobt – aus Frankfurt, Groß-Gerau, Riedstadt und Walldorf kommen die Musiker zusammen. „Pride and Joy“, „Highway Man“, „Thrill is Gone“ oder „Stormy Monday Blues“ sind legendäre Bluestitel, die schon zum festen Repertoire gehören. „Viele Songs wurden bereits von anderen Bands gecovert – wir orientieren uns am Originalsound von B.B. King, Earl Hines und Billy Eckstine und anderen Bluesgrößen“, betont Jürgen Lieber. Cezanne scherzt: „Unser Ziel ist die Blues Hall of Fame.“
Zwar ist der Platz in der Ehrengalerie der Blues Foundation in Memphis vorerst noch Traum, doch erlebt man „Bluesmaster“ beim Proben, begeistert ihre Hingabe und die souveräne Abstimmung der Instrumente.
Vokale und instrumentelle Passagen harmonieren perfekt. Wo Sänger Jürgen Lieber mit den melancholischen Texten von Fernweh, Liebe und Einsamkeit pausiert, kommt Volker Cezanne mit der Bluesharmonika zum Zug. Cezanne schließt die Augen und entlockt ihr sehnsuchtsvolle Toneffekte. Wer zuhört, ertappt sich beim selbstvergessenen Mitwippen – tatsächlich: Dieser Sound „groovt“.

Pressebericht

Darmstädter Echo

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